Leipzig bleibt friedlich!
Kein Militärdrehkreuz am Flughafen Leipzig/Halle!

Leipzig, 16. Juli 2021


Kundgebung gegen den Flughafenausbau in Leipzig

https://twitter.com/platznehmen/status/1415305188588589063/photo/1

Der Flughafen Leipzig/Halle macht dieser Tage durch eine Protestaktion der Klimaaktivist*innen von "CancelLEJ" Schlagzeilen, die in der Nacht vom 9. zum 10. Juli 2021 eine Zufahrt zum DHL-Gelände blockiert hatten. Damit wollten sie friedlich gegen den geplanten Ausbau des Flughafens protestieren.

Für Freitag, den 16. Juli 2021, wurde um 16:00 Uhr eine Demonstration in der Leipziger Innenstadt, genauer am Richard-Wagner-Platz angemeldet, die auf die Ausbaupläne des Flughafens, das fragwürdige Verhalten der Polizei und die zum Teil verzerrende Berichterstattung in einigen Medien aufmerksam machen möchte.

(https://www.l-iz.de/politik/engagement/2021/07/nach-falschmeldungen-zu-cancellej-marco-boehme-verlangt-richtigstellung-der-polizei-und-erwartet-entschuldigung-von-ministerpraesident-kretschmer-400692)

Der Flughafen ist neben den militärischen Aktivitäten längst auch ein klimapolitischer Streitfall, der vom Land Sachsen massiv unterstützt, aber auf einer hochsubventionierten Logistik aufgebaut ist.

Die Initiative "Leipzig bleibt friedlich!" zeigt sich solidarisch mit dem Protest.

Wir bitten um zahlreiche Teilnahme an der Kundgebung.

 



Antikriegskundgebung am 22. Juni 2021

Anlässlich des 80. Jahrestages des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion im 2. Weltkrieg veranstaltet die Fraktion DIE LINKE im Bundestag eine Antikriegskundgebung in Leipzig. Aus diesem Anlass möchten wir Unterschriften für unsere Petition sammeln, um auf die gegenwärtigen Entwicklungen am Flughafen Leipzig/Halle aufmerksam zu machen.
Wann: 18:30 Uhr

Wo: Augustusplatz Leipzig



Interview mit Martin Stümpfig (MdL Bayern), 9. März 2021


"Den Bürgern kann ich nur raten, frühzeitig sehr aktiv zu werden"

Am Flughafen Leipzig/Halle ist die Ansiedlung eines Flottenmanagement-Zentrums für große Militärtransporthubschrauber geplant. Im fränkischen Ansbach hat man jahrzehntelange Erfahrungen mit Militär und Hubschraubern. Landtagsabgeordneter Martin Stümpfig über enorme Belastungen, viel Frust und zermürbende Hinhaltetaktiken.


Im Landkreis Ansbach gibt es anhaltende Auseinandersetzungen um den Hubschrauberstandort in Katterbach. Warum?


Wir haben hier dutzende Militärhubschrauber auf einem US-Truppenstandort stationiert und mit einer enormen Lärmbelastung zu kämpfen. Wir fordern seit Jahrzehnten, dass der Lärmschutz und die Flugzeiten eingehalten werden, zumindest nachts. Aber trotz aller ausdauernden Bemühungen und Auseinandersetzungen ist das über all die Jahre für die Anwohner eine einzige Katastrophe geblieben. Es gibt kaum Fortschritte...

Interview Martin Stümpfig
Interview Martin_Stümpfig_MdL_Ansbach.pdf (381.35KB)
Interview Martin Stümpfig
Interview Martin_Stümpfig_MdL_Ansbach.pdf (381.35KB)








News auf openpetition, 8. März 2021


Oberbürgermeister Burghard Jung antwortet


Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

in den letzten Tagen haben wir viele Briefe und Emails an Parlamentarier und Politiker verschickt, um auf unser Anliegen aufmerksam zu machen. Erste Antworten treffen nun ein. Sie enthalten von Applaus bis heftiger Beleidigung die ganze mögliche Bandbreite. Eine Antwort möchten wir Ihnen/Euch heute zur Kenntnis geben: jene von Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung. Sie lautet:

“(...) ich teile Ihr Anliegen, sich für Frieden und Abrüstung einzusetzen. Erst im Januar wurde vor dem Neuen Rathaus die “Mayors for Peace”-Flagge, eine weiße Taube auf grünem Grund, anlässlich des Inkrafttretens des Atomwaffenverbotsvertrags am 22. Januar 2021 gehisst.

Das damit zum Ausdruck gebrachte Bekenntnis bringe ich auf Handlungsfeldern mit städtischer Zuständigkeit und Einflussmöglichkeit zur Anwendung. Da die von Ihnen angesprochene militärische Ansiedlung für Leipzig nicht zur Debatte steht, ist der vorgeschlagene Austausch mit Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer nicht zielführend.

Nichtsdestotrotz wird sich die Ratsversammlung anlässlich des Antrags “Frieden ist Verantwortung aller – gegen jede militärische Ansiedlung in unserer Stadt” voraussichtlich am 24. März in ihrer öffentlichen Sitzung darüber austauschen. Sollten dort aus Ihrer Sicht nicht alle Positionen zum Ausdruck kommen, möchte ich Sie ermuntern, Ihr Anliegen dem Petitionsausschuss vorzulegen.”.

Wir empfinden Burkhard Jungs Nichtzuständigkeits-Einlassungen als der Dimension des Themas unangemessen, oberflächlich und ausweichend. Mit seinem Mandat als Oberhaupt der Stadt der Friedlichen Revolution sollte er schon längst eine weit aktivere Rolle eingenommen haben. Offensichtlich scheint seine Funktion als langjähriges Mitglied des Aufsichtsrats der Mitteldeutschen Flughafen AG Burghard Jung wichtiger zu sein, als über die schleichende militärische Umnutzung des Flughafens Leipzig/Halle zu diskutieren.

Unser Karikaturist Gerhard Mester hat die Situation in Leipzig ein weiteres Mal aufs Korn genommen, siehe Anhang. – Bitte verteilen, verschicken, verlinken, posten oder tweeten... Für unser Anliegen brauchen wir noch mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung.

Zur Information: Manche Leipziger Lokalpolitiker behaupten, das Militärhubschrauber-Projekt und die angebotene Rüstungsunternehmen-Ansiedlung am Flughafen Leipzig/Halle seien vom Tisch. Zur Klarstellung empfehlen wir u.a. diese Lektüre: “Positionspapier: Gedanken zur Bundeswehr der Zukunft” von der Bundesverteidigungsministerin und dem Generalinspekteur der Bundeswehr, vom 9. Februar 2021. Auf Seite 7 heißt es dort: “Im II. Quartal treffen wir die Entscheidung zur Beschaffung eines schweren Transporthubschraubers.”

Wir veröffentlichen ein Interview, das verdeutlicht, wie perfide Politik und Behörden mit heiklen Militärthemen umgehen können und berechtigte Anliegen von Anwohnern und Bürgern letztlich einfach hin- und herdelegieren, aussitzen und ins Leere laufen lassen. Nehmen Sie sich fünf Minuten Lesezeit. Ein lehrreicher Text auch für die Situation bei uns hier in Leipzig.







Friedensgebet Nikolaikirche Leipzig, 1. März 2021


"Leipzig bleibt friedlich"

Ansprache zu 1. Korinther 1, 18-21 / EG 91 „Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken“


"Liebe Friedensgebets-Gemeinde,

als die Nikolaikirche nach klassizistischer Umgestaltung 1797 wieder geöffnet wurde, befand sich in dieser Kirche kein Kreuz. Das zentrale Zeichen christlichen Glaubens war ausgespart worden. Hintergrund war die Haltung der für den Umbau verantwortlichen Personen am Ende der Epoche der Aufklärung. Sie stellten den Glauben an Gott zwar nicht in Frage, er wurde aber auf seinen praktischen Nutzen reduziert. Der Aufklärung ging es weniger um die Dogmatik - dem Lehrgebäude einer Religion - als vielmehr um die Ethik - das Tun, das aus dem Glauben folgt. [...]

Friedensgebet am 1. März 2021 in der Nikloaikirche/Leipzig

Der Blick auf das Kreuz, die Auseinandersetzung mit Leid, verändert. Gellert dichtet: „Ich will nicht Hass mit gleichem Hass vergelten“. Das Beispiel Jesu vor Augen, der selbst am Kreuz noch Spöttern vergibt, lernt er das, was wir heute „Gewaltfreie Kommunikation“ nennen. Es reicht, was Menschen einander an Grausamkeiten angetan haben. Es braucht den Schritt aus dem Teufelskreis, den berühmten ersten Schritt des Nachgebens. Wunderbare Erfahrungen anderer können helfen, Konflikte zu entspannen ohne das Gesicht zu verlieren. Das sind die 3 friedensethischen Aufgaben, in die heute hier und in Leipzig investiert werden sollten. Nicht mit Waffen lässt sich dauerhafter Frieden gewinnen, weil sie nur Sieger und Besiegte zurücklassen und manchmal eben nur Verlierer. Es braucht die Geduld des Wortes, der Diplomatie, des Ringens um friedliche Lösungen. Mit der Investition in ein militärisches Drehkreuz sollten wir uns nicht zum Handlanger für neue kriegerische Auseinandersetzungen machen. Wir haben vielmehr darauf zu achten, dass wir der wachsenden dumpfen Gewalt im eigenen Land aufmerksam begegnen können..." (Pfarrer Bernhard Stief )

 


Predigt zum Friedensgebet 1. März 2021, Pfarrer Bernhard Stief
1.Korinther 1 18ff_Predigt_Pf. Stief_01.03.21.pdf (64.87KB)
Predigt zum Friedensgebet 1. März 2021, Pfarrer Bernhard Stief
1.Korinther 1 18ff_Predigt_Pf. Stief_01.03.21.pdf (64.87KB)











LZ -Leipziger Zeitung, 12. Februar 2021


"Militärhubschrauber am Flughafen Leipzig/Halle: OBM weicht Linke-Antrag weiträumig aus"

"Noch im Herbst stellte die Linksfraktion im Leipziger Stadtrat den Antrag, dass Leipzigs Oberbürgermeister deutlich Stellung beziehen solle gegen die militärische Nutzung des Flughafens Leipzig/Halle. Und zwar auch..."




LZ -Leipziger Zeitung, 04. Februar 2021


"Petition gegen Militärhubschrauber: Wer treibt eigentlich die Militarisierung des Flughafens Leipzig/Halle voran?"

"Es gibt keinen anderen Staatsbetrieb in Sachsen, der derart intransparent geführt wird wie der Flughafen Leipzig/Halle. Von Steuergeldern errichtet..."





WELT, 13. Januar 2020


"US-Rüstungskonzern verklagt Berliner Verteidigungsministerium"

"Seit mehr als 20 Jahren weiß das Wehrressort, dass die Bundeswehr neue Schwerlasthubschrauber benötigt. Ministerin Kramp-Karrenbauer wollte nun schnell entscheiden – doch das erratische Vorgehen ihres Hauses wird jetzt erst einmal juristisch überprüft..."




LZ -Leipziger Zeitung, 16. Dezember 2020


"Linksfraktion stellt Antrag gegen die militärische Ansiedlung am Schkeuditzer Airport"

"Was wird eigentlich aus der Demokratie und dem Vertrauen der Bürger, wenn Konzerne und dubiose Lobbyisten mehr Einfluss auf die Politik haben als die gewählten Gremien? Wenn sie die Interessen..."




Leipziger Stadtrat, 16. Dezember 2020


Das Ende der Ignoranz? – Leipzigs Oberbürgermeister gefragt

Offensichtlich ist unser Thema im Stadtrat angekommen


Oberbürgermeister Jung soll sich persönlich zum internationalen Militärdrehkreuz am Flughafen verhalten. Wir sind gespannt. https://ratsinfo.leipzig.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1018209




Handelsblatt, 08. Dezember 2020


"AKK will schon bald schwere Transporthubschrauber bestellen"

"Berlin. Plötzlich soll alles ganz schnell gehen: Noch in diesem Jahr will Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) alle Informationen zusammentragen, um einen neuen Schweren Transporthubschrauber (STH) zu bestellen. Anfang 2021 will sie entscheiden, ..."




Aktionstag am 5. Dezember 2020

Wir unterstützen den bundesweiten Aktionstag "Abrüsten statt Aufrüsten" am Samstag, den 5. Dezember 2020 mit einer Theaterperformance für ein friedliches Leipzig...      ©Dagmar Franke

 

Abrüsten statt Aufrüsten, Keine Erhöhung der Rüstungsausgaben – Abrüsten ist das Gebot der Stunde! Bundesweiter Aktionstag am 5. Dezember 2020


Wann: 11:30 – 13:00 Uhr


Wo: Petersstraße Ecke Schillerstraße (vor der Musikschule Leipzig)


https://www.friedenskooperative.de/



Stellungnahme in eigener Sache, 11. November 2020

Lassen Sie sich von Nebelkerzen und Halbwahrheiten bitte nicht irritieren! 

Dass die “die Bundeswehr bereits von einer Stationierung von Hubschraubern abgesehen” habe oder dass der “Hubschrauber-Hub am Flughafen Leipzig/Halle “vom Tisch” sei, war in den letzten Wochen in der Presse zu lesen und wurde auch auf unserer Petitionswebsite kommentiert. Lassen Sie sich von solchen Nebelkerzen und Halbwahrheiten bitte nicht irritieren! Das ist schlicht falsch. Nichts ist vom Tisch. 

Die Anschaffung der Hubschrauber hat weiterhin “sehr hohe Priorität” und das “Projekt wird mit veränderten Vorgaben fortgesetzt”, verlautbarte das Verteidigungsministerium bereits im September (siehe Link unten). Derzeit werden die Finanzen des Projektes neu geordnet, weshalb es sich zeitlich verzögert. Der Hintergrund: Die Ausschreibung lief über eine Höhe von 5,6 Milliarden Euro. Diesen Kostenrahmen sollen die Angebote der beiden Rüstungskonsortien um Sikorsky/Rheinmetall und Boing drastisch überzogen haben.


Das Bundesverteidigungsministerium wird sich demnächst zum weiteren Prozedere äußern. Wann und wie genau, ist offen. Diese Zeit müssen wir nutzen, um uns klar gegen den weiteren Ausbau des zivilen Flughafens Leipzig/Halle zu einem Militärdrehkreuz auszusprechen. Wir bedanken uns herzlich für Ihre Stimme und Unterstützung! 

Pressemitteilung des BMVG



Falschmeldung:

Leipziger Volkszeitung, 11. November 2020


Falschmeldung: "Hub für Militärhubschrauber am Airport Leipzig-Halle ist vom Tisch

150 neue Arbeitsplätze sollten durch den Kauf neuer Hubschrauber für die Bundeswehr in Schkeuditz entstehen. Jetzt hat das Verteidigungsministerium seine Pläne geändert..."



Leipziger Internet Zeitung, 10. November 2020


„Leipzig bleibt friedlich!“ beim Friedensgebet in Leipziger Nikolaikirche

„Gerecht kann nicht sein, wer verschweigt“


Auf Einladung von Gesine Oltmanns, Bürgerrechtlerin von 1989, und Stephan Bickhardt, Direktor der evangelischen Akademie zu Sachsen trug die Initiative "Leipzig bleibt friedlich!" am 2. November 2020 ihr Anliegen im Leipziger Friedensgebet vor, das immer montags in der Nikolaikirche stattfindet. © Angela Gröber

„Um der Gerechtigkeit willen“ müsse man fragen, darüber sprechen und Informationen austauschen, „welche Waffen am Leipziger Flughafen repariert, womöglich gebaut und logistisch geführt werden sollen, forderte Stephan Bickhardt, Direktor der Evangelischen Akademie Sachsens, zum Friedensgebet in der Leipziger Nikolaikirche: „Gerecht kann nicht sein, wer verschweigt“, erklärt der Pfarrer und Bildungsmanager.


Zu Gast im traditionsreichen Friedensgebet in Leipzigs Innenstadt war die Initiative „Leipzig bleibt friedlich! – Kein Militärdrehkreuz Flughafen Leipzig/Halle“, die in einem Gespräch mit dem Pfarrer und in einem anschließenden Fürbittgebet ihr Anliegen vortrug...





radio blau, 5. November 2020

Der Flughafen Leipzig/Halle würde noch mehr zum Militärdrehkreuz - Radiogespräch über die "Initiative Leipzig bleibt friedlich!"


Die Initiative Leipzig bleibt friedlich! beruft sich auf das Erbe der friedlichen Demokratiebewegung und möchte die geplante Ansiedlung eines Logistikzentrums für Militärhubschrauber am Flughafen verhindern. Aber wie hat sich der gesellschaftliche Blick auf "Verteidigungspolitik" seit 1989 verändert und wie geht die sächsische Landesregierung damit um?


Zum Beitrag (mp3)




kreuzer online, 27. Oktober 2020


"Keine Militärhubschrauber am Flughafen – vorerst

Das Vergabeverfahren für Schwere Transporthubschrauber wurde gestoppt


Wie das Verteidigungsministerium mitteilte, wurde das Vergabeverfahren für das Projekt »Schwere Transporthubschrauber« durch die Bundeswehr gestoppt. Zu den Bewerbern gehörten die Firmen Rheinmetall und Sikorsky, die am Flughafen Leipzig/Halle ein Logistikzentrum für einen neuen Transporthubschrauber planten. Eine Petition wendete sich dagegen. Wie die weitere Planung des Projektes aussieht, ist noch unklar..."





Leipziger Internet Zeitung, 17. Oktober 2020


Petition will die Ansiedlung eines Logistikzentrums für Militärhubschrauber am Flughafen Leipzig/Halle verhindern


Nicht nur bei den Millionensubventionen für den Frachtflughafen Leipzig/Halle steckt die deutsche Politik immer noch in dem alten fossilen Denken fest, das die Menschheit jetzt in eine veritable Klimakrise hineinmanövriert hat. Auch beim Thema Rüstung tickt die Bundesregierung noch ganz im zerstörerischen Denken eines vergangenen Zeitalters. Und auch dabei soll der Flughafen Leipzig/Halle so eine Art Resterampe für gescheiterte Technologien werden. Diesmal für Militärhubschrauber.


Und so regt sich auch in Leipzig Widerstand gegen den Ausbau des zivilen Flughafens Leipzig/Halle zu einem internationalem Militärdrehkreuz. Ein Konsortium um die Rüstungskonzerne Rheinmetall und Lockheed Martin/Sikorsky bewirbt sich mit diesem Standort um eine Milliarden-Ausschreibung der Bundeswehr. Die Unternehmen planen am Flughafen Leipzig/Halle ein Logistikzentrum für etwa 50 große Militärtransporthubschrauber und kündigen im Falle eines Zuschlags eine Unternehmensansiedlung an...




Leipziger Volkszeitung, 12. Oktober 2020

Protest gegen Hub für etwa 50 Militärhubschrauber in Leipzig

Lichtfest 2020: Jedes Jahr wird in Leipzig mit einem Lichtfest der Friedlichen Revolution 1989 gedacht © Lutz Mükke



Will die Stadt der Friedlichen Revolution wirklich, dass am Leipziger Flughafen ein „Hub für Luftwaffentechnik“ – zum Betrieb von etwa 50 Großhubschraubern der Bundeswehr – entsteht? Diese Frage warf eine neue Initiative mit einer Protestaktion beim Lichtfest auf.

Beim Leipziger Lichtfest zur Erinnerung an die Friedliche Revolution 1989 gab es auch eine aktuelle Protestaktion. Im Nikolaikirchhof wurde an einem Gebäude ein großes Transparent entrollt, das Stellung bezog gegen eine Militarisierung des Flughafens. „Leipzig bleibt friedlich!“, stand darauf. Die LVZ befragte im Anschluss einen der Initiatoren, den Journalisten Lutz Mükke, zu den Hintergründen.



Die Initiative „Leipzig bleibt friedlich!“ entstand erst im September, wird aber bereits von bekannten Künstlern unterstützt. Wer ist außer Gerhard Schöne, Peter Sodann, Stephan Krawczyk, Konstantin Wecker und Hans-Eckart Wenzel noch dabei?

Das reicht von der Ärztin, Pfarrerin, Modedesignerin, Direktorin, Studentin bis zum Handwerksmeister, Photovoltaik-Unternehmer, Wissenschaftler, jung und alt, Leute aus Ost und West. Wichtig auch: Eine hervorragende Verwaltungsrechtskanzlei ist an Bord.


Porträt Lutz Mükke, Vorsitzender und Sprecher der Initiative "Leipzig bleibt friedlich!" © A. Mükke

Was wollen Sie erreichen?

Seit dem Herbst 1989 ist Leipzig ein wichtiges Symbol für friedliche Demokratiebewegungen weltweit. Was damals hier geschah, reiht sich ein in den Marsch auf Washington der US-Bürgerrechtler und in Gandhis friedlichen Protest durch zivilen Ungehorsam. Dieses Leipziger

Erbe wollen wir schützen. Und dafür reichen keine Sonntagsreden.



Ihre Aktion galt einem Vorhaben von Rüstungsfirmen am Leipziger Flughafen. Was stört Sie daran konkret?

Es passt nicht zusammen, dass Leipzig sich einerseits als Stadt der Friedlichen Revolution feiert, andererseits stillschweigend und schleichend unser ziviler Flughafen zu einem internationalen Militärdrehkreuz ausgebaut wird. Derzeit geht es um eine Milliarden- Ausschreibung der Bundeswehr, auf die sich ein Konsortium um die Rüstungskonzerne Rheinmetall und Lockheed Martin/Sikorsky bewirbt. Die wollen am Flughafen Leipzig/Halle ein Logistikzentrum für etwa 50 große Militärtransporthubschrauber aufbauen. Wir wollen eine Debatte darüber und das verhindern. Die politisch Verantwortlichen sollen sich äußern. Immerhin ist der Flughafen komplett in öffentlicher Hand.


Auch die LVZ hatte vor einem Jahr ausführlich über die Pläne von Rheinmetall berichtet, hier einen „Hub für Luftwaffentechnik“ aufzubauen. Warum gab es dazu bislang keine wahrnehmbare öffentliche Diskussion?

Das ist uns völlig schleierhaft! Die Regierenden wollen es offenbar nicht, führen aber mit den Rüstungsunternehmen fröhlich Hinterzimmergespräche. Und die Opposition scheint schlicht zu schlafen. Höchste Zeit, dass wir Bürger uns einmischen.


Protestplakat der Initiative "Leipzig bleibt friedlich!" im Nikolaikirchhof zum Leipziger Lichtfest 2020 © Lutz Mükke


Ist die militärische Nutzung des Leipziger Flughafens in den letzten Jahren nicht deutlich rückläufig?

Fragen Sie die Betreiber, was genau am Flughafen passiert. Hauptanteilseigner ist das Land Sachsen und auch die Stadt Leipzig hält Anteile. Wie ist es dazu gekommen, dass über diesen zivilen Flughafen hunderttausende Soldaten, Waffen und Ausrüstung in Kriegsgebiete im Nahen und Mittleren Osten und Afrika gebracht werden?


Vor zwei Wochen teilte das Bundesverteidigungsministerium mit, dass die bisherigen Angebote „unwirtschaftlich“ gewesen seien und das Vergabeverfahren für die neuen Helikopter vorerst gestoppt wird. Ist Ihre Petition also gar nicht mehr nötig?

Im Gegenteil! Laut Verteidigungsministerium werden nur finanzielle Aspekte des Milliarden-Projekts neu geordnet. Es behalte „sehr hohe Priorität” und „herausragende Bedeutung”. Jetzt ist die Zeit, dem Ministerium zu signalisieren, stärker auf die Standortpolitik zu achten.


Trägt die Bundeswehr nicht zur Friedenssicherung in der Welt bei?

Das mögen andere beurteilen. Uns geht es um den Beitrag Leipzigs zur Friedenssicherung in der Welt. Der kann angesichts des Erbes vom Herbst 1989 nicht aus einem Militärdrehkreuz bestehen.


Bei der Übertragung des Lichtfestes im Fernsehen und Internet war Ihr drei Meter langes Plakat an der Alten Nikolaischule im Regen kaum zu erkennen. Sind Sie darüber enttäuscht?

Unser Plakat war nicht zu übersehen. Die Sänger und Bläser standen rechts und links von uns an den Fenstern und bekamen immer wieder große Spot-Lichter. Ein Kameraschwenk auf unser Plakat hat die penibel geplante Choreographie offenbar nicht gewollt. Machen Sie sich selbst ein Bild. Das Plakat hängt ja noch. Gut lesbar steht drauf „Leipzig bleibt friedlich! Kein Militärdrehkreuz Flughafen Leipzig/Halle!“


Was glauben Sie, wie sehr diese Thematik die Bürger derzeit berührt?

Das werden wir sehen. Wir laden alle herzlich ein, das Erbe der friedlichen Demokratiebewegung mit neuem Leben zu erfüllen und zu schützen. Unterzeichnen Sie unsere Petition an Leipzigs Oberbürgermeister Jung, an Ministerpräsident Kretschmer, die Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer und an Kanzlerin Merkel.


Von Jens Rometsch




 

>> Pressedownload (17MB)


https://www.instagram.com/leipzigbleibtfriedlich/?igshid=bhb14i6snnz
https://m.facebook.com/leipzigbleibtfriedlich/